ALBERT OEHLEN
Albert Oehlen (geboren 1954 in Krefeld) gehört zu den führenden deutschen Malern der Gegenwart. Seit seinen künstlerischen Anfängen zu Beginn der 80er Jahre ist das Thema seiner ‚postungegenständlichen‘ Malerei das Malen selbst. Den Hintergrund seiner Arbeit bildet die Frage nach den Bedingungen, unter denen Gemälde erschaffen, gesehen und interpretiert werden.

Seit 2007 bearbeitet Albert Oehlen Fragmente und Ausschnitte großflächiger Plakate mit Farbgesten, deren Sprache sich zwischen ironischem Kommentar der fragwürdigen Ästhetik der darunterliegenden Werbung und dem freien Aufgreifen der dort gefundenen Formen bewegt. Die oft sparsam aufgetragenen Gesten verändern die grellen Poster zu abstrakten Bildfloskeln von aufregender Intensität. Auf diese Weise überführt er die Plakate aus ihrer ursprünglichen Bestimmung einer banalen, zielgerichteten Aussage in einen ästhetischen Zustand, der einem Klang, Geruch oder einer Atmosphäre entspricht. Seit 2008 entstehen Gemälde, aus denen die Plakatmotive völlig verschwunden sind, Bilder von großer Leichtigkeit, deren gestische Motivwelt wie farbiger Dunst über der Leinwand liegt.

Albert Oehlens Herangehen an das Gemälde als Projektionsfläche für Gesten, die zugleich bildliche Chiffren wie gemalte Emotion sind, ist eine zeitgenössische Parallele zu Emil Schumachers gestischem Dialog mit der Leinwand und soll auf die bis heute ungebrochene Tradition abstrakt-expressiver Malerei hinweisen. Das Emil Schumacher Museum präsentiert deswegen Werke Albert Oehlens aus den Jahren 2008 bis 2010, darunter Arbeiten, die für die Hagener Ausstellung gemalt wurden. Mit der Ausstellung ehrt das Museum darüber hinaus zum Kulturhauptstadtjahr einen der wichtigsten zeitgenössischen Künstler des Landes Nordrhein-Westfalen.


 
Albert Oehlen
 
29. Mai -
 
22. August 2010

 
Die Ausstellung wird unterstützt von der Mark-E