Emil Schumacher

Maccheroni Latino – Gouachen aus Italien

17. Juni 2012 –
14. Oktober 2012
Auf einem vergilbten, handbeschriebenen Büttenpapier mit lateinischen Schriftzeichen verläuft eine expressive, schwarze Gouache-Linienführung in bogenförmigen Schwüngen, die an eine abstrahierte Form erinnern. Mehrere kräftige, leuchtend blaue Farbakzente sind unregelmäßig auf der schwarzen Linie und im oberen Bereich verteilt. Die Handschrift im Hintergrund bleibt trotz der Übermalung teilweise lesbar und verleiht dem Werk eine vielschichtige, texturierte Wirkung.

Eine dialogische Auseinandersetzung mit dem entstehenden Werk führt den Maler Emil Schumacher nach dem ersten Setzen von Farbe auf den noch unberührten Malgrund zu einem fortwährenden Ringen um das Bild. Schumacher beobachtete seine Werke - bei aller Spontanität - im Schaffensprozess genau, hält immer wieder inne, um das bereits Erreichte zu prüfen, mal zu ergänzen, mal zu korrigieren, bisweilen auch zu verwerfen und neu anzusetzen. Die vorgefundenen Strukturen des alten Büttenpapiers der Serie Maccheroni-Latino mit den geheimnisvollen Texten in alter Sprache und handgeschriebenen Lettern bot Schumacher Angriffsfläche und war zugleich Aufforderung, mit dem Malen zu beginnen. Der künstlerische Dialog mit den Seiten der alten Folianten lässt diesen im Hintergrund ihr Geheimnis und wandelt sie zugleich in etwas Neuerschaffenes.

G-ML 4/1974, 1974
Gouache auf altem, mit Maccheroni-Latino
beschriebenen Bütten, 37,8 × 47,6 cm