Dienstag
20. Oktober 2026
18:00 UHR
Vortrag |  Highlight

Scharniere und Wechselwirkungen

Zum Schaffen von Emilio Vedova

Gestischabstraktes Gemälde von Emilio Vedova mit dominierenden schwarzen Linien
Emilio Vedova, Immagine del tempo ‘51 (Sbarramento), 1951, Eitempera auf Leinwand, 130,5 x 170,4 cm, Peggy Guggenheim Collection, Venedig
© Fondazione Emilio é Annabianca Vedova, Venedig

Der reich bebilderte Vortrag von Dr. Margrit Brehm gibt Einblicke in die künstlerische Entwicklung Vedovas von den Anfängen in den 1930er-Jahren bis zu seinem Tod 2006 unter besonderer Berücksichtigung der Vielfalt der von ihm verwendeten Materialien und Medien. Im Zentrum steht die Frage, wie es dem Künstler gelingt, gestisch-expressive Malerei mit konzeptueller Planung, komplexen Kooperationen und einem politischen Anliegen in Einklang zu bringen.

Emilio Vedova war bereits ein international bekannter Künstler als er zwischen 1963 und 1965 in Berlin die Werke schuf, denen die aktuelle Ausstellung "Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen" gewidmet ist. Die gezeigten „Plurimi“ – abstrakte, bemalte Objekte – bilden eine Gelenkstelle in seinem Schaffen, repräsentieren aber gleichwohl nur einen kleinen Ausschnitt seines facettenreichen Œuvres.

Auch nach 60 Jahren laden die "Plurimi" zur Auseinandersetzung ein, indem sie das Verhältnis zwischen Malerei und Raum sowie Bild und Betrachter:in hinterfragen. Wie eng formale und inhaltliche Überlegungen, gesellschaftliches Engagement und die stete Suche nach einem der historischen Situation adäquaten künstlerischen Ausdruck in Vedovas Werk ineinander verwoben sind, wird aber erst nachvollziehbar, wenn man die „Plurimi“ im Kontext von Vedovas Schaffen und den internationalen Kunstströmungen seiner Zeit betrachtet.

Dr. Margrit Brehm ist Kunsthistorikerin und leitet seit 2016 den Ernest Rathenau Verlag. Nach Jahren als Kuratorin an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und Chefkuratorin am Museum der Moderne Salzburg ist sie seit 2006 freiberuflich als Autorin und Kuratorin tätig. Ihr besonderes Interesse gilt den Wechselwirkungen zwischen Kunstproduktion und gesellschaftlichen Phänomenen, bzw. der durch sie geprägten Rezeptionsmechanismen. Ein Schwerpunkt ihrer Forschungen ist die Kunst der 1960er-Jahre.

Eintritt frei.